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FORSCHUNGSBERICHT 1996-1998


 

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Graduiertenkolleg: Pathogenese von Krankheiten des Nervensystems

Graduiertenkolleg: Pathogenese von Krankheiten des Nervensystems

Allgemeine Angaben:
Institut für Humangenetik , Wilhelmstraße 31 , 53111 Bonn , Telefon: 0228 / 287-2355 , Telefax: 0228 / 287-2630 , eMail: gradkoll@snphysio2.wilhelm.uni-bonn.de , WWW: http://www.meb.uni-bonn.de/grad/index.html

Sprecher:
Prof. Dr. med. Peter Propping

Projektleiter / Beteiligte Hochschullehrer
Prof. Dr. Max P. Baur (Institut für Med. Statistik, Dokumentation und Datenverarbeitung)
Prof. Dr. Heinz Bönisch (Institut für Pharmakologie)
Prof. Dr. Christian Elger (Epileptologische Klinik)
Prof. Dr. Manfred Göthert (Institut für Pharmakologie)
Prof. Dr. Wolfgang Maier (Psychiatrische Klinik)
Prof. Dr. Bertfried Matz (Institut für Med. Mikrobiologie)
Priv.-Doz. Dr. Markus Nöthen (Institut für Humangenetik)
Prof. Dr. Peter Propping (Institut für Humangenetik)
Prof. Dr. Konrad Sandhoff (Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie)
Prof. Dr. Eberhard Schlicker (Institut für Pharmakologie)
Prof. Dr. Brigitte Schmitz (Institut für Anatomie der Haustiere)
Prof. Dr. Johannes Schramm (Neurochirurgische Klinik)
Prof. Dr. Bernd Urban (Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und spezielle Intensivmedizin)
Prof. Dr. Thomas Wienker (Institut für Med. Statistik, Dokumentation und Datenverarbeitung)
Prof. Dr. Otmar D. Wiestler (Institut für Neuropathologie)
Prof. Dr. Klaus Willecke (Institut für Genetik)
Prof. Dr. Klaus Zerres (Institut für Humangenetik)

Stipendiaten
cand. med. Roland Bunzel (Propping/Nöthen)
cand. med. Dirk Dietrich (Schramm)
Dipl.-Biol. Andre Dybek (Urban)
cand. med. Eva Maria Dürr (Wiestler)
cand. med. Markus Georg Friedl (Schramm)
cand. med. Ulrich Gollner (Schmitz)
Dr. rer. nat. Ivan Goussakov (Elger)
Dipl.-Biol. Martin Güldennagel (Willecke)
Dipl.-Stat. Andreas Hahn (Baur/Wienker)
cand. med. Maike Herz (Zerres)
Dipl.-Chem. Dagmar Jahnke (Matz)
cand. med. Kristina Kesper (Propping/Nöthen)
Dr. med. Harald Krauß (Maier)
Dr. med. Alwine Ailing Lie (Elger)
Dipl.-Chem. Thomas Linke (Sandhoff)
cand. med. Susanna Moskau (Zerres)
cand. med. Michael Nakazi (Göthert/Schlicker)
cand. med. Rene Przkora (Wiestler)
Dipl.-Chem. Peter Pörzgen (Bönisch)
cand. med. Thorsten Schmidt (Zerres)
cand. med. Alexander Schorr (Propping/Nöthen)
Dipl.-Chem. Heike Schulze (Sandhoff)
Dr. med. Thomas Gerd Schulze (Maier)
cand. med. Karsten Selke (Schramm)
Dipl.-Phys. Konstantin Strauch (Baur/Wienker)
cand. med. Deivis Strutas (Schmitz)
cand. med. Bernhard Suter (Wiestler)
Dipl.-Biol. Goran Söhl (Willecke)
Dipl.-Biol. Martin Theis (Willecke)
cand. med. Jörg Timm (Göthert/Schlicker)
cand. med. Sven Ch. Werthwein (Göthert/Schlicker)
Dipl.-Biol. Philipp Wiedemann (Bönisch)
cand. med. Natalia Züllighofen (Schmitz)

Projektbereiche und Teilprojekte:
AG 01 (Göthert/Schlicker) Modifikation der Neurotransmitterfreisetzung als pathogenetische Grundlage von Funktionsstörungen des Nervensystems und als Wirkungsmechanismus von Neuro-Psychopharmaka

AG 02 (Propping/Nöthen) Molekulare Neurogenetik des Menschen: Varianten in Genen zentralnervöser Rezeptoren

AG 03 (Schmitz) Die Bedeutung der O-glykosidisch gebundenen N-Acetylglucosamin - Modifikation von Proteinen für die Pathogenese der Alzheimer-Krankheit

AG 04 (Schramm) Untersuchung der Verteilung, des Subtypes und des Wirkmechanismus metabotroper Glutamatrezeptoren in der Area dentata von Patienten mit pharmakoresistenter Temporallappenepilepsie und der Ratte nach Kindling

AG 05 (Wiestler) Molekulargenetische Grundlagen der Tumorentstehung im ZNS

AG 06 (Zerres) Klinische Variabilität der proximalen spinalen Muskelatrophie

AG 07 (Baur/Wienker) Genetische Epidemiologie: Weiterentwicklung von Methoden der Kopplungs- und Assoziationsanalyse

AG 08 (Bönisch) Molekulare und funktionelle Charakterisierung der Promotorregion des Gens für den Antidepressiva-sensitiven Noradrenalin-Transporter

AG 09 (Matz) Bedeutung von Antikörpern in der Latenzkontrolle neurotroper Viren am Beispiel des Herpes simplex Virus

AG 10 (Sandhoff) Biochemie und Pathologie der Sphingolipid-Speicherkrankheiten: Biosynthese der Sphingolipide und deren lysosomaler Abbau durch saure Hydrolasen und Aktivatorproteine

AG 11 (Urban) Funktionsstörungen menschlicher ZNS-Ionenkanäle durch pathogene Strukturänderungen

AG 12 (Willecke) Dopamin-modulierte Gap Junction Funktionen im Gehirn

AG 13 (Elger) Synaptische Plastizität im Hippokampus in einem Modell für chronische Temporal- lappenepilepsie

AG 14 (Maier) Phänotyp-Genotyp-Zusammenhang bei psychiatrischen Erkrankungen

Forschungsprogramm
Ziel des Graduiertenkollegs

Das Graduiertenkolleg wird von Hochschullehrern aus der Medizinischen, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Landwirtschaftlichen Fakultät getragen. Medizinische und naturwissenschaftliche Doktoranden sowie junge Postdoktoranden sollen durch das Graduiertenkolleg eine gründliche wissenschaftliche Ausbildung auf solchen Gebieten erhalten, die für die Erfassung der Pathogenese von Krankheiten des Nervensystems beim Menschen von Bedeutung sind. Ein besonderes Element der wissenschaftlichen Ausbildung ist die gleichzeitige Förderung medizinischer und naturwissenschaftlicher Stipendiaten. Medizin-Doktoranden, die sich im zweiten Abschnitt ihres klinischen Studiums befinden, sollen mit naturwissenschaftlichen Doktoranden zusammengeführt und intensiv mit naturwissenschaftlichen Methoden und Konzepten vertraut gemacht werden. Umgekehrt sollen Naturwissenschaftler die Besonderheiten krankheitsbezogener Forschung kennenlernen. Den Stipendiaten, Kollegiaten und Postdoktoranden wird ein Kurrikulum angeboten, das ihnen einen konzeptuellen und methodischen Überblick über die krankheitsbezogene neurowissenschaftliche Forschung gibt. Das Kurrikulum wird von den Hochschullehrern des Graduiertenkollegs mit ihren Arbeitsgruppen getragen, ergänzt durch ausgewählte eingeladene wissenschaftliche Gäste. Hierfür existiert ein regelmäßiges Seminar mit Teilnahmepflicht für alle Doktoranden. Die Stipendiaten, Kollegiaten und Postdoktoranden tragen ihre eigenen Arbeiten in dem Seminar ebenfalls vor. Außerdem werden Methodenkurse ausgerichtet, an denen neben den Hochschullehrern auch die Doktoranden größtenteils selber mitwirken und sich damit z. T. gegenseitig unterrichten.

Forschungsprogramm

Das Verständnis für die Pathogenese einer Krankheit ist entscheidende Voraussetzung für ihre Therapie oder Prävention. Für die Aufklärung der Ursachen und der Pathogenese von Krankheiten des Nervensystems werden Methoden aus allen Bereichen der biomedizinischen Wissenschaften angewandt, z. B. biochemische, pharmakologische, molekulargenetische, klinisch-genetische, elektrophysiologische, biometrische. An der Universität Bonn sind auf Grund ihrer umfassenden Bearbeitung die folgenden Themen zu nennen: Epilepsie (Klinik und Poliklinik für Epileptologie, Neuropathologie, Neurochirurgie, Humangenetik, Genetische Epidemiologie, Pharmakologie, experimentelle Anästhesiologie), Psychiatrische Genetik (Humangenetik, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Genetische Epidemiologie), Hirntumoren (Neuropathologie, Neurochirurgie, Neurologie). Dazu kommt die umfassende Untersuchung spinaler Muskelatrophien in der Humangenetik, die Bearbeitung der großen Gruppe neurodegenerativer Enzymdefektkrankheiten in der Arbeitsgruppe Sandhoff, der zentralnervösen Funktionen der Connexine in der Arbeitsgruppe Willecke an der Math.-Nat. Fakultät sowie der biochemischen Mechanismen der Amyloidablagerung bei Alzheimerscher Krankheit in der Arbeitsgruppe Schmitz in der Landwirtschaftlichen Fakultät. In der Pharmakologie und in der Humangenetik werden grundlagenwissenschaftliche Untersuchungen zur Funktion zentralnervöser Rezeptoren und zu Rezeptorvarianten durchgeführt.


Transfer und Öffentlichkeitsarbeit